Legal highs

Seit tausenden von Jahren ist der Konsum diverser Substanzen zur Erzielung von Rauschzuständen fester Bestandteil der meisten Kulturen. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass die meisten Menschen früher oder später an einen Punkt geraten, an dem sie sich bewusst dafür entscheiden, bewusstseinsverändernde Drogen bzw. legal highs zu konsumieren. Der Mehrzahl der  Menschen reicht dabei die Erfahrung mit Alkohol und Nikotin, diese nicht gerade gesunden Drogen geben ihnen genug Rausch als Ausgleich zum Alltag.

Für eine zahlenmäßig nicht zu unterschätzende Minderheit gilt dies allerdings nicht. Viele Menschen mögen den Rausch des Alkohols einfach nicht, vertragen ihn nicht oder wollen einfach andere Bewusstseinzustände erreichen, als den dumpfen Rausch den Alkohols. Für diese Menschen bietet der Schwarzmarkt zwar eine Vielzahl interessanter und illegaler Drogen, doch die meisten erwachsenen wollen sich nicht in dieses Milieu begeben – und das aus gutem Grund.

Auf der einen Seite weiss man nie so genau über die Qualität der Droge der Wahl bescheid, auf der anderen Seite möchte man sich mit Personen aus dem Bereich der organisierten Drogenkriminalität auch garnicht einlassen. Das bringt früher oder später immer Probleme. Vor diesem Hintergrund ist die enorme Nachfrage nach sogenannten legal highs durchaus verständlich. Jeder, der für sich entschlossen hat, berauschende Substanzen zu konsumieren und dabei mit beiden Beinen im Leben steht, geht beim Konsum und der Beschaffung illegaler Substanzen existenzielle Risiken ein.

Schnell ist der Führerschein weg, der Job verloren und schon droht der soziale Abstieg. Nungut, ein etwas düsteres Szenario. Jedoch dürfte ein großer Anteil der Konsumenten von legal highs aus Menschen bestehen, die schlicht gesagt etwas zu verlieren haben, wenn man ihnen den Kontakt zu illegalen Drogen nachweist. Aktuelle Vertreter aus dem Bereich der legal highs, zum Beispiel Räuchermischungen, lassen sich im Hinblick auf ihre Rauschwirkung durchaus mit durchschnittlichen organischen Cannabisprodukten vergleichen.

Allerdings ohne das Risiko, in einer Verkehrskontrolle wegen dem Konsum vom Vorabend Probleme zu bekommen. Ebenso verhält es sich bei anderen legal highs, zum Beispiel den Badesalzen. Gerade erfolgreiche Menschen neigen zu Stimulanzien wie Kokain und Amphetamin, um das eigene Ego noch weiter zu pushen oder noch mehr Energie in irgendeine Tätigkeit investieren zu können. Leider zählen Amphetamine und Kokain zu den harten Drogen, dementsprechend sind auch die Konsequenzen im Berufsleben und im Straßenverkehr ziemlich hart.

Weicht man allerdings auf legals highs wie Badesalze aus, erzielt man eine vergleichbare Wirkung zu den illegalen Vorbildern, ohne die Angst vor Konsequenzen wie Existenzverlust etc..Nicht zu verschweigen ist allerdings, dass man beim Konsum von legal highs ganz andere Risiken eingeht. Die meisten Produkte erzielen ihre Wirkung durch Inhaltsstoffe aus der Kategorie Research Chemicals. Hierbei handelt es sich um Substanzen, die weitgehend unerforscht sind und zu Forschungszwecken verkauft werden.

Über mögliche Nebenwirkungen, Langzeitschäden etc. sind für die meisten Substanzen aus dieser Kategorie keinerlei Informationen verfügbar. Um es auf den Punkt zu bringen: Man spielt auf eine gewisse Art und Weise Versuchskaninchen. Jeder Konsument muss für sich selbst das Nutzen/Risiko-Verhältnis bewerten und entscheiden, ob die rechtlichen Vorteile die möglichen gesundheitlichen Konsequenzen wert sind. Um Informationen zu einzelnen legal highs, Research Chemicals oder sonstigen Produkten zu finden, ist die Suchmaschine der Wahl immer eine gute Hilfe.

Nachfolgend eine kleine Liste der aktuellen Kategorien von legal highs, die im Internet und in vielen lokalen Headshops legal erhältlich sind und beim Missbrauch eine Rauschwirkung erzielen, die durchaus an die illegalen Vorbilder heranreicht.

  • Räuchermischungen – Diese Produkte bestehen aus verschiedenen Kräutern, die meistens mit einem synthetischen Cannabinoid versehen wurden und beim Rauchen eine Cannabisähnliche Wirkung hevorrufen. Prominente Vertreter aus dieser Kategorie sind folgende Räuchermischungen: OMG, Monkes go Bananas!, SWEED, Lava red, etc.
  • Badesalze – Diese legal highs sind illegalen Vorbildern wie Amphetamin und Kokain nachempfunden. Sie werden in der Regel pernasal konsumiert und zeigen eine aufputschende, energiespendende Wirkung analog zu ihren illegalen Vorbildern. Bekannte Vertreter aus dieser Kategorie sind folgende Produkte: Charge+, Raz 1g, Mojo 1g, BongBastic Ferox, etc.
  • Herbal-Caps und Tabletten – Diese Produkte erzielen die unterschiedlichsten Wirkungen. Je nach Gesetzeslage gibt es immer wieder Vertreter, die im Hinblick auf ihre Wirkung illegalen Vorbildern wie Psilocybin haltigen Pilzen, MDMA, etc. nachempfunden sind. Aktuell interessante legal highs aus diesem Bereich sind folgende Produkte: BongBastic Iridium, BongBastic Radon, Space-E, Trip-E, BongBastic Xenon, etc.
  • Kratom – Hierbei handelt es sich um eine aus Malesien stammende Pflanze, die verschiedene Alkaloide enthält. Für die Rauschwirkung interessant ist das Mitragynin, welches eine dem Codein sehr ähnliche Wirkung hat, allerdings nicht das selbe Spektrum an Nebenwirkungen hervorrufen kann. Für einen leichten Opiod-Rausch ist Kratom die optimale Droge aus dem Bereich der legal highs.
  • Lachgas – Viele Menschen wissen über die Verwendung zu Rauschzwecken garnicht mehr Bescheid, allerdings ist ein solo-Rausch ausgelöst durch Lachgas auch eher langweilig. In Kombination mit anderen legal highs, wie zum Beispiel Räuchermischungen, kann die Angelegenheit allerdings dennoch interessant werden.
  • Poppers – Die Wirkstoffe dieser Produkte wurden früher in der Medizin bei Angina pectoris eingesetzt, wurden allerdings rasch durch besser wirkende Medikamente ersetzt. Durch die aphrodisierende Wirkung dieser Substanzen besteht allerdings bis heute eine stetige Nachfrage nach Poppers. In der Regel werden die Produkte in kleinen Flaschen als Reinigunsmittel oder ähnliches verkauft, um Probleme mit dem AMG zu vermeiden.